Freitag, 14. Februar 2020

Können nur Frauen Frauen-Geschichten erzählen?

Bombshell ist ein Film mit drei der momentan populärsten weiblichen Darstellerinnen in sehr brisanten Rollen. Die Geschichte dreht sich um den Diskriminierungs-Skandal des rechten US-Mediensenders FOX News. In Zeiten des Hashtags #metoo ein sehr interessantes Projekt.

Die Kritiken sind leider nicht so erfreulich, wie man es sich erwarten würde. Gemessen am Thema klingt 70% auf RottenTomatoes durchaus etwas schwach. Auch die Kritik auf ORF.at von Magdalena Miedl  klingt teilweise vernichtend. Insofern bin ich brennend interessiert, ihn zu sehen.

Aber darum gehts mir weniger. Mein Problem mit dem Artikel ist der Abschluss-Satz:

"Wilde Idee: Man hätte für den Stoff ja eine Frau engagieren können."

Eine Frau hat mir mal erklärt, dass man Sexismus daran erkennen kann, wenn ein Satz mit dem anderen Geschlecht mehr oder weniger problematisch ist. Der gleiche Satz mit "Mann" wäre ein rotes Tuch nicht nur für Frauenrechtlerinnen.

Die Situation ist nicht so schwer vorzustellen. Ich habe letztens die hervorragende Mini-Serie "When They See Us" über die berüchtigten Central Park Five angesehn. Fünf schwarze Jugendliche im Alter um die 15 Jahre werden für den Angriff und Vergewaltigung einer 28-jährigen, weissen Joggerin im Central Park, New York, schuldig gesprochen. Regie führte Ava DuVernay, eine schwarze Regisseurin. Für "When They See Us" wurde sie für den Prime Time Emmy nominiert.

Wäre diese Serie nicht so dermaßen grossartig, wäre es gerechtfertigt zu sagen, man hätte besser einen Mann in den Regie-Sessel setzen sollen? Immerhin geht es hier um die Schiksale von fünf Männern. Natürlich nicht. Das wäre lächerlich einfältig. Film- und Serienprojekte sind komplex und es ist nicht leicht, den Faden zu behalten. Selbst die grössten sind schon gescheitert.

Umgekehrt geht es aber scheinbar. Männern scheint man dagegen ohne Probleme pauschal vorwerfen zu können, nicht das nötige Einfühlungsvermögen zu besitzen.

Montag, 4. März 2019

Rape Day... Wo ziehen wir die Grenze?

Rape Day ist der letzte Titel in der Reihe von Videospielen, die sich komplett oder teilweise über ihren kontroversiellen Inhalt vermarkten. In diesem Machwerk gehts darum, dass der Videospieler als Serienvergewaltiger sich eine Zombi-Apokalypse zunutze macht, um quasi alles und jeden zu morden und zu vergewaltigen. "Bad taste" trifft das schon nichtmehr, der Entwickler hat sich niveau-mässig geradezu selbst im Klo runtergespült.

Prompt steigen die üblichen Verdächtigen auf die Barrikaden. Der Entwickler rechtfertigt sich mit "schwarzem Humor" und einem Vergleich mit GTAV - geradezu lächerlich, oder? Nunja, es ist es nur auf den ersten Blick offensichtlich, warum dieses Spiel jetzt speziell niederträchtig sein soll. Denn in GTAV wird der Spieler unter anderem aufgefordert, Menschen zu verletzen, zu foltern und umzubringen. Eine Mission des Spiels verlangt zu einer erfolgreichen Absolvierung der Mission einen Mann grausam zu foltern.

Argument 1 dreht sich darum, ob virtuelle Gewalt sich in reale Gewalt umsetzt und bisher war dazu die Antwort "Nein". Millionen Menschen spielen Spiele mit gewalttätigem Hintergrund. GTA wurde lang dafür skandalisiert, dass es aus Kindern Mörder machen würde. Reale Gewaltverbrechen sind jedoch, auch wenn die Medien gern anderes berichten, während der Zeit von Videospielen (also in den letzten 40 Jahre) zurückgegangen.

Somit bleibt als Argument 2 "der gute Geschmack" bzw gesellschaftliche Moral. Vergewaltigung, wie viele andere Tabus, war Thema in vielen Filmen. Und Videospiele haben als Medium schon viele grausame Ideen umgesetzt. Es gibt genug Spiele, die ich nichtmal mit der Kneifzange angreifen würde, dieses klarerweise inkludiert. Aber es wird kein echter Mensch verletzt und ich muss es nicht spielen. Es muss mir auch nicht gefallen, dass so ein Titel überhaupt existiert. Aber verbieten?

Angenommen wir zensieren Spiele, weil deren Inhalt "sich nicht gut anfühlt" und/oder wir sie grauslich und abstossend finden. Wessen Gefühle sind hier ausschlaggebend? Wäre es z. B. legitim, dass Flugsimulatoren verboten werden sollten, weil sie Traumas von Flugabsturz-Opfern hervorrufen? Schlachthöfe treiben Veganer in den Wahnsinn und Magermodels verführen Mädchen zur Bulimie. Die Liste ist endlos und komplex.

Wer tifft demnach die Entscheidung, was moralisch okay und was nicht ist? Speziell in einem Fall, wo es keine klaren Opfer gibt? Kein Mensch wird verletzt, denn am Bildschirm sind nur Polygone. Wer ernennen wir also zum offiziellen Tugendwächter über Medien? Und vor allem: Was sagt es über uns als Gesellschaft aus, dass es z. B. voll okay ist, in GTAV virtuell einem Mann Zähne auszureissen, die Beine zu brechen und seine Nippel unter Starkstrom zu setzen, aber eine Frau zu vergewaltigen die ultimative Grenze ist? Es ist eine zugegeben zynische Frage, aber eine, die sich die Verbotsschreier auf jeden Fall gefallen lassen müssen.

Samstag, 28. Juli 2018

Das gefährliche Daherlamentieren von Feministinnen

Musste ja passiern: dieStandard veröffentlicht einen selten dämlichen, aber halt typisch feministischen Propaganda-Artikel. Das Thema ist der trendige Kampfbegriff "Toxische Männlichkeit" (engl. "toxic masculinity"), der darstellt, dass Männer zumindest nicht ausschliesslich aktiv schuld an allem sind. Dass aber faktisch der überragende Grossteil der Männer von Frauen erzogen werden, lässt man dabei gern unter den Tisch fallen. Das erklärt man höchstens insofern, dass Männer bezüglich Vaterrolle Drückeberger sind. Und natürlich sinds mal wieder die Medien, die einer jeden aufrechten Mutter in die Erziehung weg von stereotypen Rollenbildern hineinpfuschen.

Wie siehts denn wirklich aus? Nun, da wäre mal die Stellung in der Gesellschaft. Während der vermutlich niedrigste gesellschaftliche Status einer Frau diese auf ihre Sexualität reduziert, ist es beim Mann seine relative Entbehrlichkeit für die Gesellschaft. Männer können in Kriegen verheizt werden und die gefährlichsten Jobs ausführen. Als Mann muss man sich erst als wertvoll für die Gesellschaft beweisen, ansonsten ist man wertlos. Das manifestiert sich zum Beispiel in der Tatsache, dass 3 von 4 Obdachlosen männlich sind, 3 von 4 Selbstmorden Männer betrifft oder 9 von 10 tödlichen Arbeitsunfälle Männer trifft.

Andererseits werden Männer eher als das aktive Geschlecht gesehn. Das hat Vorteile, Männer werden eher als ernstnehmbar eingestuft als Frauen. Genausogut hat das aber auch Nachteile, denn Männer werden eher als Täter denn als Opfer gesehen. So werden Männer bei gleichen Strafen eher verurteilt als Frauen und fassen höhere Strafen aus. Nicht umsonst steht in der Zeitung meistens "Schlägerei", wenn ein Mann verprügelt wird (wenn überhaupt) und "körperliche Misshandlung", wenns eine Frau trifft. Wenn eine Frau einen Mann öffentlich schlägt, wird grösstenteils angenommen, der Mann hats schon verdient. Umgekehrt kommt sofort jeder Mann einer Frau zuhilfe, wenn ein Mann sie schlägt.

Vielleicht liegts ja auch ein bissl daran, dass das Verhältnis häuslicher Gewalt derart gegen Männer spricht - Weil Männern seltener geglaubt wird, dass sie von ihrer Partnerin misshandelt werden? In den USA ist es eine Polizeivorschrift, dass bei Fällen häuslicher Gewalt immer der Mann verhaftet werden muss (egal, wer der Täter ist). Und während es Frauenhäuser gibt, die sich speziell um von Gewalt bedrohten Frauen kümmern, sind derartige Einrichtungen für Männer Mangelware.

Diese Einstellung ist international, denn nur bei Frauen scheint der menschliche Beschützer-Instinkt derart zielsicher anzuspringen. Boko Haram hat hunderte Menschen massakriert, aber als sie 200 Frauen entführten, ist die ganze Welt zum Stillstand gekommen und sogar die First Lady hat darüber getwittert. Und die Proteste in Ägypten gingen erst wirklich los, als eine Frau von Polizisten geschlagen wurde, während ein gleich misshandelter Mann im gleichen Video (!) komplett ignoriert wurde.

Das bekommt man alles als Mann mehr oder weniger unterbewusst mit: Mann ist grundsätzlich weniger wert, ausser er leistet was für die Gesellschaft, dann ist er mehr wert und dann schrein ihm die Feministinnen "Watch your privilege!" hinterher. Männer machen grösstenteils die Arsch-Arbeiten in der Gesellschaft, die gefährlichen, die stressigen, die anstrengenden und die unangenehmen. Aber die Sonntagsbloggerinnen von DieStandard sehn nur die Terroristen, Kindsmänner, Schläger.

"Keine Schande"... Klar, weil Frauen so derart verständnisvoll sind, wenns einem Mann schlecht geht. Schwache Männer sind nicht sexy, nicht cool, nicht anschmiegsam. Männer sollen der Fels in der Brandung sein. Als emotionaler Mann bist ziemlich schnell abgeschrieben.

Sexismus is erst echter Sexismus, wenns indirket wieder Frauen trifft.

Samstag, 21. April 2018

Prostitution und Menschenhandel Lässt sich das trennen?

Das fragt uns der Bayrische Rundfunk. Denn so wird uns das in den Medien zumeist präsentiert: Armeen von Mädchen werden mit falschen Versprechen von Model- und Tänzerkarrieren in das Ausland verschleppt, um sich zu prostituieren. Und welche Frau würde ernsthaft für Geld Sex mit jedem Mann haben wollen, der da daherkommt? Ganz klar, Prostitution ist die älteste patriarchale Form sexueller Ausbeutung und Gewalt von und an Frauen!

Die Realität sieht natürlich anders aus. Oder vielleicht nicht "anders", nur vielschichtiger und breiter gefächert. Und natürlich lässt sich Prostitution und Menschenhandel trennen. Menschenhandel passiert dort, wo viel Geld zu verdienen ist. Prostitution ist einer dieser Zweige, wo das der Fall ist - Nachfrage und Angebot. Deutschland ist da gerade ein gutes Beispiel: Wenn in allen umliegenden Ländern Prostitution wegen der Illegalität gefährlich ist und die Löhne viel niedriger sind, dann boomt sie natürlich in Ländern, wo das erlaubt ist und die Wirtschaft boomt. Und wenn das legale Angebot nicht nachkommt, dann springen illegale Anbieter ein. Das funktioniert so bei gefälschten Marken-Taschen und -Schuhen, bei Fliessband-Arbeitern, China-Restaurant-Köchen und natürlich auch bei Prostitution. Aus der Sicht überrascht es auch nicht, dass sogar Amnesty International sich für eine Dekriminalisierung einsetzt.

Die Prostitution hat für solche Anbieter den fragwürdigen "Vorteil", dass das Gewerbe sozial geächtet ist. Das will keiner sehn, deshalb schaut auch keiner hin und die, die das Gewerbe ausführen, sind meist unerwünscht in der sauberen Öffentlichkeit. Die werden halt immer nur dann ins Licht gezerrt, wenn es um "die Unterdrückung der Frau" geht. Da überrascht es nicht, dass ein guter Teil der Sex-Worker äussert allergisch auf Feministinnen reagieren.

Speziell, wenn dann immer so hohle Phrasen wie "Sie verkauft ihren Körper" gedroschen werden. Genausogut könnte man behaupten, eine Masseusse oder eine Friseuse "verkauft ihre Hände". Eine Sex-Workerin bietet einen Service. Und, Überraschung, sie besitzt ihren Körper danach noch! Eine Frau kann Sex haben, mit wem sie will, aber wenn sie dafür Geld nimmt, wird sie vom bösen Patriachat unterdrückt? Hier kollidieren dann zwei Ansichten von Freiheit brutal miteinander.

Ich geh sogar weiter: Sex-WorkerInnen sind ein wichtiger sozialer Faktor in einer sozialen Gesellschaft. Eine deutsche Sex-Workerin, die voher als Therapeutin gearbeitet hat, hat gemeint, dass sie als Prostituierte mehr Männer weinen gesehn hat als als Therapeutin! Die Idee, dass Männer allein für den schnellen Sex zur Nutte gehn, ist ein feministisches Hirngespinst. In einem Reddit-AmA hab ich sogar gelesen, dass 9 von 10 Interaktionen mit Männern NICHT sexuell sind. Soviel zum Thema "Reduktion auf ein triebgesteuertes Tier"

Als in Ägypten Salafisten anfingen, Bordelle zu verbrennen, wurde ein Anstieg von Frauenfeindlichkeit registriert. Zufall? Oder vielleicht sind Männer, die Sex (oder vielleicht auch nur ein offenes, nicht-wertendes Gespräch mit einer Frau) hatten, einfach entspannter...?

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Warum ist "sexuelle Belästigung" für Männer so schwer zu verstehen?

Im Zuge des erschreckenden und scheusslichen Weinstein-Skandals ist für viele Frauen immer wieder erschreckend, wie ungläubig die meisten Männer darauf reagieren. Statistisch erlebt jede 5. Frau sehr schwere sexuelle Gewalt (Nötigung 13.5 %, versuchte Vergewaltigung 8.9%, Vergewaltigung 7%) und 3 von 4 Frauen (74,2%) erleben sexuelle Belästigung.

Das Problem scheint für Männer komplett unsichtbar zu sein. Ein normaler Stadtmann sieht täglich dutzende, wenn nicht hunderte Frauen. Und für einen modernen, liberalen Mann möchte man wissen, wer diese Armee ist, die sich über alle diese Frauen hermacht.

Daten und Zahlen dazu sind schwer zu bekommen. Einerseits ist die Dunkelziffer unbekannt. Andererseits konzentrieren sich die meisten Artikel auf die Opfer, weniger auf die Täter. Die Presse schreibt dazu, dass jährlich sechs von 100.000 Österreichern wegen Vergewaltigung angezeigt werden und es jährlich seit 2006 zwischen 700 und 1000 Anzeigen gibt. Im Jahr 2015 waren 20.6% davon Nichtösterreicher, die 14,6% der Gesamtbevölkerung ausmachen.

Es gibt laut 2016 4,3 Millionen Frauen in Österreich. Österreichische Frauen haben eine Lebenserwartung von 83,2 Jahren, was einen Durchschnitt von 50 000 Frauen in jedem Jahrgang macht. Der Statistik nach werden demnach pro Jahr zirka 6500 Frauen sexuell genötigt, etwa 4500 Frauen erleben eine versuchte Vergewaltigung und um die 3500 Frauen werden vergewaltigt.

Die Zahlen entsprechen sich nichtmal ansatzmässig. Das liegt gut und gerne daran, dass dass in vielen Fällen erst gar nicht Anklage erhoben wird: StaatsanwältInnen dürfen nur jene Fälle, die auch Aussicht auf eine Verurteilung haben, überhaupt zur Anklage bringen. Wirklich starke Beweise gibt es fast nie, weshalb oft Aussage gegen Aussage steht.

Und zumindest in den USA wird die Zahl der Falsch-Anklagen zwischen 2 und 20% angegeben und prominte Fälle gibt es in den USA wie auch hier in Europa. Collegues und Universities scheinen richtig gefährlich zu sein, wie einige ... Fälle ... inzwischen... implizieren.... Glaubt man der Daily Mail, dann sollten Männer nichtmal versuchen, mit Frauen zu schlafen, wenn sie auch nur ein einziges alkoholisches Getränk hatten. Gerade solche Fälle sind Gift für ernsthafte Bemühungen, die Situation einfacher zu machen.

Leicht zu verstehen ist das alles nicht. Ich bin letztens mit vier Kolleginnen am Tisch gesessen, hätte ich fragen sollen, wer sie belästigt hat? Natürlich nicht. Warum macht ein anderer Mann etwas, was meiner eigenen Natur total entgegengesetzt ist? Wieviele Männer sind es also wirklich, die ihr Libido so schlecht im Griff haben, dass sie sich über eine Frau hinwegsetzen müssen? Warum weiss ich das nicht? Warum offenbaren es anscheinend immer Frauen in den Medien im Zuge eines Skandals, aber Frauen, mit denen ich am Tisch sitze, sagen garnichts?

Harvey Weinstein war fast 30 Jahre durchgehend verheiratet, während ich single bin und bei jedem grösseren Problem mit Frauen eher Ausreiss nehme. Alle meine Freunde haben gute Gründe, keine Frau zu belästigen, entweder sind sie in glücklichen Beziehungen oder schwul. Und mir haben ein Haufen fremde Menschen schon einen Haufen Schaas erzählt. Insofern hätte ich halt gern mehr Klarheit, ob und inwiefern ich da was zu tun habe.

Freitag, 13. Oktober 2017

Der Gender-Pay-Gap ist angeblich grösser als bisher dargestellt. Und nein, das ist kein Problem.

Die KPÖ Steiermark meint (in Grossbuchstaben!): GENDER-PAY-GAP IST GRÖSSER ALS BISHER DARGESTELLT und Christine Braunersreuther ist offensichtlich der Meinung, dass das allein populistischen Aktionismus rechtfertigt. Meine Kritik daran wird über den Hinweis auf den Artikel sozusagn als "Antifeministische Agitation" abgeschmettert. So gesehn wird mir die KPÖ gleich um vieles unsympathischer. Nachdem mein Antwort-Kommentar immer länger wurde, hab ich es in einen Blogeintrag umgebaut.

"Dass sie von Kind an so sozialisiert werden"


Die "Sozialisierung" der Frau, ein feministisches Steckenpferd. Wenn schon im ganzen Artikel von "Fake News" (ein unglaublich grauslicher Ausdruck) gesprochen wird, dann sind derart unwissenschaftliche Aussagen genauso "Fake News". Wir leben seit gut 40 Jahren, also zwei Generationen, in einer der gleichberechtigsten Gesellschaften, die die Welt je gesehn hat. Und trotzdem machen die meisten Männer noch immer "Männerjobs" und die meisten Frauen "Frauenjobs". Die Idee der "Sozialisierung" ist so ziemlich der lächerlichste Erklärungsversuch feministischer Prägung bezüglich dieser Tatsache. Gesellschaft geschieht nicht einem natürlichen Vaakum, sondern ist unter anderem ein Resultat unserer Biologie. Und da kann sich der gesamte Feminismus auf den Kopf stellen, aber "Gesellschaft" gibts erst ein paar Tausend Jahre, unsere Biologie dagegen schon Millionen und eine Gesellschaft wird nie wider die Biologie funktioniern.

"Als würden Frauen freiwillig schlechtere Bezahlung und/oder längere Kindererziehungszeiten in Kauf nehmen"


Ähm... Warum kann das nicht sein? Ist es derart undenkbar, dass Frauen vielleicht biologisch eher dazu geprägt sein könnten, in der Nähe ihrer Kinder zu bleiben als Männer? Selbst wenn es finanziellen Verlust bedeutet? Klar ist nicht jede gesellschaftliche Entwicklung "richtig" und es trifft auf keinen Fall auf jede Frau zu. Aber die gesamte Ausrichtung der Gesellschaft als künstliches Kulturkonstrukt abzutun ist abstrus.

"Dass diese Berufe schlechter bezahlt werden, [...] liegt [...] mit Sicherheit daran, dass sie seit jeher den Frauen zugeschriebenen [...] sind"


Und die nächste abenteuerliche Behauptung, sogar mit Sicherheit! Berufe werden nicht schlechter bezahlt, weil Frauen ihn machen. Sowas zu behaupten widerspricht allem, was wir vom Kapitalismus wissen. Bisher konnte mir keine Feministin ernsthaft erklären, warum Männer noch immer Arbeit finden, wenn eine Firma 20 Prozent Gehalt sparen könnte, würde sie stattdessen eine Frau einstellen.

Und Frauenberufe werden nicht schlechter bezahlt, weil sie Frauenberufe sind. Sie werden schlechter bezahlt, da sie aus kapitalistischer Sicht weniger Wert generiern. Da kann man dafür oder dagegen sein, und aus sozialer Sicht ist das sicher problematisch. Aber es hat nichts mit der Form des Geschlechtsorgan zu tun.

Der ganze dritte Absatz ist eine einzige sinnlose Schuldsuche. Ich verstehe schon, dass die Frau als unterdrückte Klasse ein unglaublich verführerisches Konzept für Kommunisten ist. Aber meiner Erfahrung nach widerpricht jede ernsthaft erfolgreiche Frau allen dort aufgeführten Argumenten entschieden.

"Die Arbeit von Frauen ist im Jahre 2013 immer noch weniger Wert als die von Männern."


Ja. Stimmt. Der beste Satz diesbezüglich ist der Schlusssatz vom Zeit-Artikel. Warum? Relativ einfach: Weil Männer leider noch immer eher die sind, die Müll abtransportieren, in der prallen Sonne oder im Regen Strassen asphaltiern, in schwindelnder Höhe Betongebäude bauen, in brennende Häuser laufen, gefährliche Kriminelle jagen, gefährliche Strassen patroulliern, stressige Verantwortungsjobs annehmen und eher dazu bereit sind, das Arschloch zu sein, das Mitarbeiter entlässt und unangenehme Entscheidungen trifft. Weil für jede Frau, die bei der Arbeit zu Tode kommt, zehn Männer sterben. Weil eher Männer den Tatentrieb haben, zu forschen, zu basteln, zu experimentieren und dadurch überhaupt erst ermöglicht haben, dass Frauen Berufe anzunehmen, die vor hundert Jahren nur Männer machen konnten. Und, das kann ich garnicht genug unterstreichen, für Frauen der Erfolg des Partners ein weitaus höheres Argument für die Partnerwahl ist als für Männer. Und wir Männer wissen das, denn daraufhin wird jeder Bub von Anfang an "sozialisiert".

So gesehn ist es definitiv emanzipatorische Jammerei, wenn Feministinnen das Paygap beklagen. Respekt verdient Jammerei halt nicht unbedingt. Frauen verdienen weniger, weil "Geld" und "Erfolg" in der Prioritätenliste von Frauen nunmal niedriger gereiht ist, als in der von Männern. Und das war schon seit der Steinzeit so, denn nur so konnte die Spezies "Mensch" zur erfolgreichsten in der Erdgeschichte werden.