Bombshell ist ein Film mit drei der momentan populärsten weiblichen Darstellerinnen in sehr brisanten Rollen. Die Geschichte dreht sich um den Diskriminierungs-Skandal des rechten US-Mediensenders FOX News. In Zeiten des Hashtags #metoo ein sehr interessantes Projekt.
Die Kritiken sind leider nicht so erfreulich, wie man es sich erwarten würde. Gemessen am Thema klingt 70% auf RottenTomatoes durchaus etwas schwach. Auch die Kritik auf ORF.at von Magdalena Miedl klingt teilweise vernichtend. Insofern bin ich brennend interessiert, ihn zu sehen.
Aber darum gehts mir weniger. Mein Problem mit dem Artikel ist der Abschluss-Satz:
"Wilde Idee: Man hätte für den Stoff ja eine Frau engagieren können."
Eine Frau hat mir mal erklärt, dass man Sexismus daran erkennen kann, wenn ein Satz mit dem anderen Geschlecht mehr oder weniger problematisch ist. Der gleiche Satz mit "Mann" wäre ein rotes Tuch nicht nur für Frauenrechtlerinnen.
Die Situation ist nicht so schwer vorzustellen. Ich habe letztens die hervorragende Mini-Serie "When They See Us" über die berüchtigten Central Park Five angesehn. Fünf schwarze Jugendliche im Alter um die 15 Jahre werden für den Angriff und Vergewaltigung einer 28-jährigen, weissen Joggerin im Central Park, New York, schuldig gesprochen. Regie führte Ava DuVernay, eine schwarze Regisseurin. Für "When They See Us" wurde sie für den Prime Time Emmy nominiert.
Wäre diese Serie nicht so dermaßen grossartig, wäre es gerechtfertigt zu sagen, man hätte besser einen Mann in den Regie-Sessel setzen sollen? Immerhin geht es hier um die Schiksale von fünf Männern. Natürlich nicht. Das wäre lächerlich einfältig. Film- und Serienprojekte sind komplex und es ist nicht leicht, den Faden zu behalten. Selbst die grössten sind schon gescheitert.
Umgekehrt geht es aber scheinbar. Männern scheint man dagegen ohne Probleme pauschal vorwerfen zu können, nicht das nötige Einfühlungsvermögen zu besitzen.
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